Kaffee mit einem Löffel Olivenöl ist im Herbst 2026 erneut ein viel diskutiertes Thema auf Social Media – keine wissenschaftliche Entdeckung, sondern ein Geschmackstrend. Wer das fruchtige Aroma von nativem Olivenöl extra mag, kann an der Mischung Gefallen finden; die gesundheitlichen Versprechen, die manche Videos ihr zuschreiben, sind dagegen nicht belegt.

In Kürze

  • Der Trend geht nicht auf eine spontane Social-Media-Erfindung zurück, sondern auf „Oleato", eine 2023 von Starbucks eingeführte Produktlinie.
  • In der Praxis reicht ein Löffel natives Olivenöl extra im Kaffee, um den Effekt auf Geschmack und Textur zu bemerken.
  • Heißer Kaffee erhitzt das kaltgepresste Öl über Temperaturen, bei denen seine Qualität laut Fachquellen leidet.
  • Ein hochwertiges Olivenöl schmeckt im Kaffee fruchtig und rund, ein altes oder minderwertiges Öl wirkt stumpf oder ranzig.
  • Die Kombination sättigt wegen ihres Fettgehalts, ersetzt aber keine Ernährungsumstellung und keine ärztliche Beratung.

Woher kommt der Trend „Kaffee mit Olivenöl"?

Der Ursprung liegt nicht in einem organisch entstandenen Social-Media-Trend, sondern in einer kommerziellen Produktentscheidung. Starbucks hat 2023 in Italien die Getränkelinie „Oleato" eingeführt, bei der Kaffee mit einem Schuss Olivenöl kombiniert wird. Die Idee dazu soll Starbucks-Chef Howard Schultz nach eigenen Angaben auf einer Reise nach Sizilien gekommen sein. Von dort aus hat sich das Konzept über Social-Media-Inhalte verbreitet und taucht seitdem immer wieder in neuen Wellen auf, aktuell im Herbst 2026. Wer also von „Oleato" oder „Kaffee mit Olivenöl" als neuestem Social-Media-Fund liest, sollte wissen: Die eigentliche Erfindung ist ein Markenprodukt, keine spontane Küchenentdeckung.

Ist Kaffee mit Olivenöl dasselbe wie „Oleato" von Starbucks?

Im Kern ja, auch wenn der Begriff „Oleato" inzwischen häufig generisch für jede Kombination aus Kaffee und Olivenöl verwendet wird. Das Markengetränk von Starbucks ist die bekannteste und meistdiskutierte Form dieser Mischung, aber wer zu Hause einen Löffel Olivenöl in den Kaffee gibt, braucht dafür kein bestimmtes Produkt und keine Markenbezeichnung. Es handelt sich schlicht um zwei Lebensmittel, die kombiniert werden – mit allen Vor- und Nachteilen, die diese Kombination mit sich bringt.

Wie bereitet man Kaffee mit Olivenöl in der Praxis zu?

Die Zubereitung ist unkompliziert: Ein Löffel natives Olivenöl extra wird in den fertig zubereiteten Kaffee gegeben und untergerührt oder aufgeschäumt. In der Praxis bedeutet das:

  • Kaffee zuerst brühen, dann das Öl hinzufügen – nicht während der Extraktion.
  • Ein Löffel natives Olivenöl extra genügt; mehr verändert vor allem die Textur, nicht den Nutzen.
  • Warm oder kalt möglich: Bei Iced-Coffee-Varianten löst sich das Öl weniger stark auf und bleibt eher als feiner Film an der Oberfläche sichtbar.
  • Gut umrühren oder mixen, damit sich das Öl nicht als Schlieren absetzt.

Von einem morgendlichen „Shot" aus Olivenöl, Zitrone und Ingwer – einem anderen, oft verwechselten Trend – unterscheidet sich diese Zubereitung deutlich: Hier geht es um eine Zutat im Kaffee selbst, nicht um ein separates Getränk vor dem Frühstück.

Verändert minderwertiges Olivenöl den Kaffeegeschmack?

Ja, und zwar deutlich mehr, als man bei einer so kleinen Menge erwarten würde. Ein frisches, aromatisches natives Olivenöl extra bringt fruchtige, teils leicht bittere oder scharfe Noten mit, die sich im Kaffee als angenehme Geschmackstiefe bemerkbar machen – ähnlich wie bei anderen rohen Anwendungen, wo sich die Qualität eines Öls am stärksten zeigt, etwa auf Salat oder Brot. Ein altes, oxidiertes oder minderwertiges Öl dagegen bringt genau das Gegenteil: flache, stumpfe oder leicht ranzige Noten, die sich mit dem Kaffeearoma nicht harmonisch verbinden, sondern es stören. Wer wissen möchte, warum sich frisches Öl geschmacklich so stark von älterem unterscheidet, findet eine ausführlichere Erklärung dazu im Beitrag über das Erntedatum als wichtigeren Qualitätsfaktor als die Marke. Kurz gesagt: Ein Kaffee mit Olivenöl ist eine der direktesten Proben darauf, wie viel – oder wie wenig – Aroma ein Öl tatsächlich zu bieten hat.

Macht heißer Kaffee das Olivenöl ungesünder oder wirkungslos?

Aus ernährungsphysiologischer Sicht bringt das Erhitzen von kaltgepresstem Olivenöl in heißem Kaffee keinen zusätzlichen Nutzen. Natives Olivenöl extra wird kalt gepresst, üblicherweise bei Temperaturen bis etwa 27 Grad Celsius; oberhalb dieser Schwelle nimmt die Qualität ab. Das Max-Rubner-Institut weist darauf hin, dass es wenig Sinn ergibt, ein kaltgepresstes Öl anschließend in der Küche – oder eben im heißen Kaffee – zu erhitzen: Gerade die hitzeempfindlichen Bestandteile, denen positive Eigenschaften zugeschrieben werden, können dabei an Wirkung verlieren. Hinzu kommt ein einfacher kalorischer Fakt: Olivenöl liefert rund 900 Kilokalorien pro 100 Milliliter. Ein Löffel im Kaffee macht aus dem kalorienarmen Getränk also kein leichtes Getränk mehr – ein Punkt, der bei Behauptungen über angebliche schlankmachende Wirkung gerne übergangen wird.

Was bringt die Kombination wirklich – und was nicht?

Kaffee mit Olivenöl kann wegen seines Fettgehalts länger sättigen und schmeckt milder, weil das Öl die Bitterstoffe des Kaffees abrundet – das ist der nachvollziehbare, geschmackliche Kern des Trends. Was dagegen nicht ausreichend belegt ist: eine gezielte Regulierung von Blutzucker oder Blutdruck allein durch diese Kombination, oder ein Effekt, der über die bekannten, allgemeinen Eigenschaften von Olivenöl und Kaffee als Einzelzutaten hinausgeht. Wer sich für die wissenschaftliche Einordnung von Olivenöl im Allgemeinen interessiert – jenseits von Trends und Küchenexperimenten – findet dazu vertiefende Informationen und Qualitätsnachweise im Bereich Qualität und Analysen. Ein Kaffee mit einem Löffel gutem Öl bleibt, was er ist: ein Geschmackserlebnis, kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung oder eine medizinische Behandlung.

Häufige Fragen zu Kaffee mit Olivenöl

Ist Kaffee mit Olivenöl ein neuer wissenschaftlicher Trend?

Nein. Es handelt sich um einen Geschmackstrend, der ursprünglich auf eine 2023 eingeführte Produktlinie von Starbucks zurückgeht und seither in Wellen auf Social Media wiederkehrt – zuletzt im Herbst 2026.

Welches Olivenöl eignet sich am besten für Kaffee?

Ein frisches, natives Olivenöl extra mit erkennbarem Fruchtaroma bringt den deutlichsten geschmacklichen Unterschied; ein altes oder minderwertiges Öl wirkt im Kaffee eher störend als abrundend.

Hat Kaffee mit Olivenöl einen nachgewiesenen gesundheitlichen Zusatznutzen?

Ein eigenständiger, belegter Zusatznutzen der Kombination ist derzeit nicht nachgewiesen; das Erhitzen von kaltgepresstem Öl im heißen Kaffee ergibt aus ernährungsphysiologischer Sicht zudem wenig Sinn.

Ist Kaffee mit Olivenöl dasselbe wie Bulletproof Coffee mit MCT-Öl?

Nein, es handelt sich um unterschiedliche Konzepte: Bulletproof Coffee verwendet spezielles MCT-Öl mit einem anderen Fettsäureprofil, während bei „Oleato" natives Olivenöl extra zum Einsatz kommt.

Wer nach diesem kleinen Küchenexperiment neugierig geworden ist, wie sich die Qualität eines nativen Olivenöls extra auch jenseits von Trends bemerkbar macht, findet weiterführende Informationen und Hintergründe im Wissensbereich von Olio Cristofaro.

Quellen

  • t-online.de, «Bringt Kaffee mit Olivenöl wirklich gesundheitliche Vorteile? Expertin klärt auf», t-online.de
  • infranken.de, «Kaffee mit Öl – wie gesund ist der Oleato wirklich?», infranken.de